Jenny und Tina in Irland
  Startseite
  Über...
  Archiv
  Gästebuch
  Kontakt
  Abonnieren


http://myblog.de/jennyundtinainirland

Gratis bloggen bei
myblog.de





Und morgens erst mal beten!

So schön groß und geräumig unser Zimmer diesmal auch war, unsere eine Nacht zur Eingewöhnung brauchten wir trotzdem. Obwohl es die selben (Tina: "Nein, die gleichen!") Betten waren, wie in Galway. Vielleicht war das auch das Problem, da die Betten gefährlich schwanken, wenn jemand um 3:40 (auf die Minute!) auf die Idee kommt das Bett unter einam zu beziehen.

Auch die Duschen schienen das selbe Fabrikat zu sein - sie waren ebenfalls furchtbar heiß, aber auch sehr viel größer. Aber wir haben sie überlebt und machten uns auf die Suche nach dem Frühstücksraum. Den fanden wir in "The Church Restaurant" und die Bezeichnung ist wörtlich zu nehmen. Der Raum war früher eine Kirche. Im Altarraum war die Küche aufgebaut und im Kirchenschiff (so heißt das doch, oder?) wurde gegessen. Also zogen wir die logische Schlussfolgerung: Frühstück = Beten.
Über den bunten Kirchenfenstern hing einiges an Flaggen rum und wir versuchten uns am Flaggen-raten. Übrigens war die griechische Flagge die uruguaische (oder so) - die Sonne war verdeckt und wir vermuteten da zunächst das Kreuz. Und die andere, die wir nicht erkannten finde ich nicht wieder. Aber den Rest errieten wir richtig.

Als wir dann aufbrachen, mussten wir leider feststellen, dass das gute Wetter wohl doch nicht in Dublin auf uns gewartet hat, bzw. sich über Nacht wieder verzogen hat. Aber wir hatten ja ein Ziel, nämlich das Trinity College, also - so dachten wir - müssen wir uns ja nicht lang im Regen aufhalten. Das College ist ja ganz hübsch, aber die Hauptattraktion, das "Book of Kells" war uns das Geld dann definitiv nicht wert. Wir weigerten uns 8€ zu zahlen, nur um uns ein Buch anzusehen und sei es noch so alt. Stattdessen gingen wir unserer LIeblingsbeschäftigung nach und stöberten in dem College-Shop.
Und als der Regen endlich nachlies, gingen wir noch eine Runde über das College-Gelände, das nicht halb so groß war, wie vermutet.

Da der Tag irgendwie nicht lief, wie geplant und wir außerdem total fertig waren von den vorigen Tagen, suchten wir uns was zum Mittagessen und gingen zurück zum Hostel für einen kleinen Mittagsschlaf - oder sowas ähnliches. Der Regen wurd auch immer schlimmer, es war kalt und ungemütlich und daher tat das ganz gut.

Abends sind wir dann wieder los, inzwischen war auch die Sonne so mehr oder weniger wieder da. Wir liefen durch das Temple Bar Viertel, schauten uns da die verschiedenen Läden an, um uns schließlich in einen Pub zu setzen, der übrigens - total kreativ - Temple Bar heißt. Dort ließen wir den Tag dann zu Ende gehen, um schließlich wieder sagen zu können:

Mission Irland - Tag sieben: gelungen.
31.8.09 22:49


Byebye Schääfschen

Das war schon wieder unser Abschiedstag von Inishmore und damit auch von den in Großstädten eher raren Schafen. Vielleicht wars auch besser so, denn das schöne Wetter hatte uns über Nacht verlassen. "Um schon in Dublin auf uns zu warten", wie Jenny sagte.
Immerhin ein Trost, als wir müde und hungrig am nächsten Morgen zum Hafen aufbrachen. Die Fähre fuhr schon um 8 Uhr, das hieß: früh aufstehen, wieder eine gefühlte Stunde das schwere Gepäck tragen und außerdem ohne Frühstück.

Das Hostel war ja wirklich nett und hübsch, aber ein Frühstück einzurichten, das nur von 9 bis 10 Uhr geht, ist wohl nur ein Alibi, damit man sagen kann, es gäbe überhaupt Frühstück.
Zum Glück hatten wir uns am Vorabend im Spar mit Essen eingedeckt (Übrigens: drei der wichtigsten Supermärkte in Irland sind Spar, Lidl und Aldi)

Das Wetter sorgte wieder für eine schaukelige Überfahrt zum "Festland" nach Rossaveal - wobei das auch wieder etwas ironisch ist, irgendwo ist Irland ja auch eine Insel... Von da ging es nach Galway und dann weiter nach Dublin.

Als wir in Dublin ankamen, wussten wir schon, welche Jugendherberge wir suchten, kannten aber weder den Weg noch die Adresse. Also mussten wir erst die Touri-Info finden. Die lag dummerweise in der entgegengesetzten Richtung zur Jugendherberge. Man riet uns zwar, einen Bus zu nehmen aber... Was solls, wir junge Dinger sind doch gut zu Fuß, so ein 20 Minuten Weg hält doch so erfahrene Wanderer nicht zurück und überhaupt... na ja, im Grunde genommen waren wir einfach zu geizig, Geld für den Bus auszugeben.

Die 20 Minuten zogen sich sehr und wir befürchteten schon in einer ganz gruseligen, abgelegenen Gegend zu landen. Aber das Hostel entpuppte sich als erstaunlich schön und sogar zum ersten mal sehr geräumig! Man konnte sich richtig bewegen. Und als wäre das nicht genug, war sie auch günstig. Der Weg lohnte sich doch irgendwie, dafür kann man das Hostel sehr empfehlen: "An Oige", im nördlichen Teil der Innenstadt von Dublin, fast gegenüber einer Kirche namens "Black Church" (wobei an der wirklich gar nichts schwarz ist).

Es gab allerdings ein großes Wirrwarr mit den Betten: drei Französinnen hatten kurz vorher die falschen Betten in einem falschen Zimmer bezogen, unsere Betten eben. Immerhin hatte es den Vorteil, dass die sich neue Betten beziehen mussten und wir die fertig bezogenen von denen übernehmen konnten. Und die waren so gruselig ordentlich...

Dann ging es auf die erste Erkundungstour durch Dublin. Wir merkten schnell, dass es uns nur mit großer Überwindung gelingen würde, hier ohne weitere Geldzufuhr zu überleben - zu viele Angebote, tolle Sachen zum ansehen, kaufen, Essen teuer und außerdem wäre dann kein Geld für den Pub geblieben.

Im Hostel führten wir uns den Rest Spaghetti mit Tomatensoße aus unserem Vorrat zu Gemüte - auf ganz einfache Art: Nudel kochen, Soße drüber (neeein, Jenny es heißt nicht "Sose", das ß ist stimmlos). Der nette Jugendherbergsmensch versuchte uns zwar für den Kräutergarten vor der Küche zu begeistern, aber da wir ersten kaum verstanden, was das für Kräuter waren und wir zweitens keine Ambitionen hegten, Meisterköche zu werden, waren wir auch so vollends zufrieden.

Mission Irland - Tag sechs: gelungen.
30.8.09 21:57


Nein, ich schäme mich nicht! Stell dir vor, das ist Sonnenbrand!

Um mal nebenbei die Fragen der Kommentare zu beantworten: es war erst nicht geplant lange in Galway zu bleiben, aber wir haben schnell gemerkt, dass man von da aus viel in der Region herumreisen kann und da wir auf diese Weise unser schweres Gepäck im Hostel von Galway lassen konnten, war es so doch viel praktischer die Gegen zu erkunden, als wenn wir jeden abend umgezogen wären. Dafür nahmen wir auch vier Nächte das komische Galway City Hostel in Kauf. (nur bedingt zu empfehlen, vor allem wenn man so gruselige Leute im selben Schalfsaal hat wie wir)

Mit etwas Sonne haetten wir am Anfang des nächsten Tages nicht gerechnet, denn es war ziemlich regnerisch, schlafen war auch wieder nicht so einfach, weil um 5 Uhr morgens eine Herde "Elefanten" den Schlafsaal verließ. Aber mittlerweile haben wir gelernt, dass das gute Wetter in Weiser Voraussicht uns meist vorauseilt und an unserem Zielort wartet.

Nach einer recht wackeligen Überfahrt auf die Insel Inishmore (die größte von den drei Aran Islands), mussten wir erstmal das Hostel finden, das wir von Galway aus schon gebucht hatten. Eine große Straße führte aus dem Hafenort Kilronan den Hügel hinauf raus und wand sich um etliche Kurven. Hinter jeder Kurve, so hofften wir, müssten doch nun endlich, endlich dieses Hostel stehen. Gezählt haben wir die Kurven nicht, aber es waren viiiele.

Dafür war das Hostel dann erstaunlich nett und etwas heller und schöner als das in Galway. Nachdem wir unser Zeug abgeladen hatten, folgten wir gleich der Straße weiter. Laut der Karte sollten wir nun auf einer Straße sein, die an der nördlichen Küste von Inishmore entlangführt. Wir ärgerten uns üeber die Ungenauigkeit der Karte, auf der das Meer so viel näher aussah, als es tatsächlich war - bis uns klar wurde, dass wir auf der Straße durch die Mitte der Insel liefen. Dumm gelaufen, aber sie führte uns direkt an eine wunderschöne Bucht.

Und man staune: es wurde richtig, richtig sonnig. Der Wind sorgte dafür, dass man nicht schwitzte, aber wir setzten uns sofort in die Bucht und machten eine schöne Pause. Aber das Wasser war sogar zu kalt, um laenger als 3 Sekunden seine Zehen reinzustrecken.
Unterdessen machte eine Gruppe "High School Musical Kids" komische Fotos am Strand und sie unterhielten uns ganz gut, mit ihren Versuchen tolle Posen auf ihren Fotos zu machen.

Irgendwann wurde die Bucht, so schön sie war, etwas einseitig und obwohl wir zuvor total fertig gewesen waren, entschlossen wir uns weiter zu laufen, bis nach Dún Aonghasa (oder Dun Angsthase, wie Jenny immer wieder las). Dabei handelt es sich um eine uralte Rundfestung direkt an den Klippen. Nach langem Überlegen, investierten wir den 1€ Eintritt.

Und das lohnte sich. So steil der Aufstieg auch war, die Attraktion war es wert. Allerdings bestand die Attraktion weniger in dem runden Steinwall, den man laut Schild nicht mal beklettern durfte (wobei uns sowas ja bekanntlich selten abhält) - das tollste waren die Klippen. Ohne Begrenzung ging es steil tief hinab und es gab einige tolle, teils gefährlich aussehende Fotos. Außerdem machten wir ein Foto in einem Loch in der Mauer und überlegten lange, ob wir damit unserem Motto, Verbote zu übertreten, gerecht geworden waren. Wir waren ja nicht wirklich "auf" das Monument geklettert (was ja verboten war), sondern eher "hienin".

Der Rückweg führte dann endlich über die Küstenstraße und vorbei an einer "Seal Colony", auf der man zu Ebbezeiten angeblich ganz super tolle viele Seehunde sehen sollte. Tja, es war tatsächlich tiefste Ebbe-Zeit, aber nicht ein Vieh lag da und auch unser Kletteren auf steinigen Wegen, brachte uns den Tierchen nicht näher. Wassertiere scheinen uns nicht besonders anziehend zu finden, dafür sind uns die Schafe wenigstens überall treu.

Als wir endlich in Kilronan angekommen waren, waren wir ziemlich ko. Nach einem Imbiss aus dem Supermarkt, wurden wir unerwartet von einem Iren angesprochen, der Jennys Dortmund-Jacke bestaunte und Dortmund sogar kannte. Jenny war dabei ziemlich rot und uns fiel zum ersten Mal auf, dass wir - vermutlich vom starken Wind - eine gute Gesichtsfarbe bekommen hatten.

Ein sehr schöner Pub auf dem Weg zum Hostel warb mit Live music für diesen Abend. Bevor wir uns da reinsetzen wollten, suchten wir den vermutlich einzigen Supermarkt der Insel (einen Spar, welch Überraschung) auf, um uns was Essbares zu kaufen. Und da wir kurz vorm Hungertod standen, belegten wir sofort den Tisch vorm Spar und aßen dort. Jenny - in ihrer Jacke mit dem "Dortmund"-Schriftzug - erlebte dort dann den Höhepunkt ihres Tages, als sie von einem Einwohner angesrochen wurde, ob sie aus Dortmund käme und das wäre doch der Ort mit dem "famous footballclub from Germany, right?".

Im Pub waren auch schon Mikrofon etc. aufgebaut und mit Bier und Cola machten wir es uns gemütlich und versuchten vergeblich einen irischen Satz an der Wand mit Tinas Mini-Irish-Wörterbuch zu übersetzen. Aus der Musik wurde leider nichts. Wir saßen lange da rum und warteten, doch nichts geschah und schließlich beschlossen wir doch unser Bett aufzusuchen, da am nächsten Tag die Fähre sehr früh zurück fahren würde. Sehr, sehr schade.

War recht lustig im völlig Dunklen zurück zum Hostel zu laufen. Klar, auf so einer niedlichen Insel mit gerade mal drei Straßen lohnt sich die Installation von Straßenlaternen einfach nicht. War aber nicht schlimm, denn wir hatten das Gefühl im Dunklen zu glühen.
Als wir im Hostel ankamen, lüftete sich langsam das Geheimnis. Unsere glühenden Gesichter, für die wir zunächst die starke Wärme im Pub verantwortlich gemacht hatten, war ein handfester, knallharter Sonnenbrand im Gesicht. Bei der eisigen Kälte und dem ständig diesigen Wetter, waren wir einfach nicht auf die Idee gekommen, dass dieser recht sonnige Tag so eine Wirkung haben könnte. Nur wenn mans nicht wusste, sah es ein bisschen aus, als würden wir uns ganz schön für irgendwas schämen...
Dennoch, oder gerade wegen des außergewöhnlichen Wetters, kann man sagen:

Mission Irland - Tag fünf: gelungen.



Vor der Abfahrt auf der Fähre - auf See war die Sonne plötzlich weg.


Die wahrscheinlich breiteste Kuh Irlands.


Tina versuchte sich an diesem Tag mehrfach in der Fotografie von Kleintieren.




Unser schöner Strand. Auf dem Rückweg entdeckten wir sogar eine kleine Hochzeitsgesellschaft, die dort Fotos machte.



Faszinierende Fotos vom Klippenrand von Dún Aonghasa nach unten.




Jenny hing schon mit einem Beim überm Abgrund.´


Diese steinernen Stachel befanden sich auf dem gesamten Hügel - so sollten früher Angreifer abgewehrt werden.


"Do not climb this monument" - also raufkletteren soll man nicht? Und reinkletteren?


Das ist eine Mauer, eine Weidenmauer, die Kühe davon abhalten soll, wegzulaufen. Vielleicht hat man sich dabei gedacht: weit kann die Kuh nicht laufen.


Diese Ponys wussten was Touris sind und machten extra eine große Show für uns, als wir vorbeikamen.


Antikes Klohäuschen oder mittelalterliche Telefonzelle?


Sehr gut getroffen, das Bier verdeckt Jennys Cola so gut, dass man glauben möchte, es ist ihres. Aber...


... das hätte Tina nicht zugelassen.


Offenbar müssen auch irische Pubs ein wenig weltoffenes, internationales Flair zeigen.
29.8.09 20:05


Don't stop me now...

... I'm havin such a good time...

Und die hatten wir heute wirklich. Nachdem wir Galway bisher mehr als Anfangspunkt zu Ausfluegen in die Umgebung missbraucht haben, wollten wir uns diese hoch gelobte Stadt heute mal genauer ansehen. Ausserdem waren unsere Fuesse zu tot, um noch laengere Strapazen auf sich zu nehmen.

Wir folgten den Anweisungen des Reisefuehrers - und fanden gar nichts. Da sollte irgendeine Kirche sein, aber wir fanden eine Kathedrale, die uns aber auch nicht besonders anzog. Der gelobte Weg am Fluss entlang war offensichtlich wegen Hochwasser gesperrt. Und so ging es weiter, bis uns die Ideen ausgingen und wir im Park sitzen blieben und Mau-Mau bis hin zu 1000 Punkten spielten (Tina hat sie geknackt, aber Jenny hat dadurch gewonnen). Ausserdem wurden alle Postkarten geschrieben. Mal schauen ob sie es vor uns nach Hause schaffen.

Als einzige machten wir mittags die Kueche zum Kochen von Spaghetti mit Tomatensosse unsicher und entdeckten erst sehr spaet, dass man den Herd extra anschalten musste und so warteten wir zunaechst vergeblich zehn Minuten auf heisses Wasser.

Waehrend wir drinnen assen, ging draussen offenbar die Welt unter. Das Wetter scheint zu warten, bis wir raus gehen, bevor es sonnig wird.

Die wirkliche Attraktion des Tages kam eher zufaellig. Zunaechst wollten wir nur mal schauen, wo der Bus morgen abfahren wuerde, der uns zur Faehre nach Inishmore bringt. Von da aus glaubten wir einige Schiffchen zu sehen und in der Hoffnung auf ein wenig Spannung an diesem Tag, liefen wir in diese Richtung. Dort fanden wir tatsaechlich eine Art seeehr kleinen Yachthafen. Von dort aus konnte man einen Weg sehen, der wohl etwas mehr in die Bucht hinein fuehrte. Voller Tatendrang beschlossen wir auch diesen mal entlang zu gehen.

Der Weg fuehrte uns ueber Kurven ziemlich weit, er war eben doch laenger als man sah. Dort angekommen, wo wir hinwollten, entdeckten wir, dass der Weg ueber einige Ecken weiterfuehrte. Keine Frage, wir gingen weiter. Und auf einmal war da ein Tor und es ging ueber einen sehr schoenen Fussgaenger- und Fahrradweg die Bucht entlang. Auch den probierten wir aus. Irgendwann wurde uns klar, dass wir uns laengst nicht mehr auf dem kleinen, auf der Karte verzeichneten Dock befanden, sondern schon fast auf dem "Causeway", einem Weg ueber Wasser zu einer kleinen Insel. Eigentlich wollten wir uns nur den Eingang zum Weg ansehen. Naja, wo man schon da war, konnten wir auch rueberlaufen.

Auf der Haelfte des Weges konnte uns dann auch ein Schild, dass den weiteren Weg fuer "unauthorized persons" verbot, nicht stoppen (da waren ja auch noch andere...) und mittlerweile haben wir ja Erfahrung darin, solche Schilder zu "uebersehen" - frei nach dem Motto: "Regeln? Das sind doch vielmehr Richtlinien."

"Don't stop me now" wurde so zum neuen Motto des Urlaubs und sorgte dafuer, dass wir heute unerwartet doch wieder sagen koennen:

Mission Irland - Tag vier: gelungen.

(Oh, vier schon? Unglaublich...)



Unser Lieblingspark in Galway am Eyre Square: Außenherum findet man so ziemlich alles und wenn das Wetter mitspielt, sitzt man gut im Park und...


... spielt Karten. Genau genommen Mau-Mau, das Skat-Deckblatt ist ja mal total daneben.








Hätten wir geahnt, dass es einen so idealen Ort dafür gibt, hätten wir auch gerne einen Drachen steigen lassen.




Der Causeway bis zur kleinen Insel Mutton Island.


Das Schild müssen wir übersehen haben, wo das Tor daneben doch so schön weit offen stand.


Für solche Ausblicke lohnte sich ungeplante Wanderung dann doch.

28.8.09 21:10


Tu ma dat Maeh ei!

Das war "Ruhrpott".
Jetzt kommt "Hessich Platt": Mache mal eich bei die Maeh!
Jetzt kommt "Hochdeutsch": Streichel doch mal das Schaefchen.

Damit und mit mehr haben wir uns heute beschaeftigt. Unser Ziel war Cleggan oder besser gesagt ein Ort in der Naehe. Wir wagten nicht ihn auszusprechen: Claddaghduff (oder so aehnlich...). Von dort aus kommt man auf die Gezeiteninsel Omey (auch die war nicht so leicht auszusprechen, wir wurden mehrmals nicht verstanden, vermutlich klingt es so aehnlich wie "Omaei" oder "Omi", jedenfalls mit Betonung auf O)

Jedenfalls waren wir wieder laenger mit dem Bus unterwegs, aber diesmal waren wir ausgeschlafener, auf wundersame Weise wurden die Betten besser oder wir gewoehnten uns daran. Das Wetter meinte es schon wie am Tag zuvor gut mit uns. War es bei der Abfahrt in Galway noch sehr duester und auf der Fahrt sogar regnerisch, war es doch jedes Mal bei unserer Ankunft trocken und mitunter sogar sonnig. Aaaaber: der Wind hatte uns auch wieder sehr lieb.

Der "short way" zum Uebergang zur Insel, den uns der nette Busfahrer beschrieb, dauerte dann mitsamt dem Weg ueber den Sand auf die Insel doch etwa 1 1/2 Stunden. Verlaengert durch die vielen schoenen Schaefchen und Kuehe, die es unterwegs zu begucken und streicheln gab. Jedenfalls waren die furchtbar begeistert von uns, ebenso die Esel auf dem Rueckweg.

Dadurch, dass wir den spaeten Bus genommen hatten und erwartet hatten, mit dem fruehern zu lange auf die Ebbe warten zu muessen, hatten wir zuletzt wenig Zeit auf Omey - allerdings gab es zumindest auf den ersten Blick auch nicht so viel zu sehen, einiges auf der Rueckseite muessen wir aber laut Reisefuehrer verpasst haben.
Der letzte Bus zurueck fuhr leider schon um viertel vor sechs - waere er puenktlich gewesen. Das war sehr aergerlich, wir waeren gerne laenger geblieben. Zitat Tina: "Die haetten ruhig um neun noch einen farhn lassen koennen." (Tina lachte ploetzlich, Jenny kapierte es nicht gleich)
Auf der Fahrt hatten wir dann ausreichend Zeit uns gegenseitig Sprachunterricht darin zu erteilen, wie man seinem Gegenueber mitteilt doch mal das Schaf zu streicheln. Naja, wir machen das ja auch ohne Anleitung.

Uebrigens haben wir fuer Samstag Abend ein Hostel auf Inishmore, einer der drei Inseln von den Aran Islands, gebucht. Obs da Internet gibt, ist noch fraglich, aber fuer morgen gibts auf jeden Fall einen puenktlichen Eintrag. Denn morgen sehen wir uns Galway an und das ist nicht soooo viel, da haben wir viel Zeit zum Schreiben

Mission Irland - Tag drei: gelungen.



Nein, kein See und kein Teich, das is mal ne nasse Wiese. Irland in der stärksten Regenzeit.


Hinter den Sinn dieser Dekoration sind wir nicht gekommen.


Naja, immerhin weiß man an der irischen Küsste immer mit ziemlicher Sicherheit, aus welcher Richtung der Wind weht.


Öhm... ohne Kommentar. Wir fandens jedenfalls ein bisschen lustig.


Jenny lernte den irischen Dialekt und der Artgenosse fühlte sich offenbar sehr wohl.


Übrigens können wir jetzt auch die Frankfurter Version der Streichelaufforderung nachreichen: "Dätschel mal dat Schääfsche." Um weitere Übersetzungen in Kommentaren oder im Gästenbuch wird dringend gebeten!


Unentschlossene Straßenbauer.


Die Schilder zeigen den höchstgelegensten Weg durchs Watt auf die Insel.


Skelette in sandiger Einöde der ewigen Wüste vor Omey?




Und da stand er plötzlich auf unserem Rückweg... Der Grimm!




Wer versteht den Insider?
27.8.09 23:05


You shall not pass!

Nach dem ersten Rundgang in Galway war uns klar: wir muessen mal raus. Fuer uns Naturfreunde lag da ein Besuch des groessten Naturwunders im Burren (bedeutet uebrigens: felsiges Land, wer haette das gedacht) nahe: die Clipps... ne, Kliffen, arh... Cliffs oder Klippen of Moher.

Nach einer nervenzehrenden Nacht ohne viel Ruhe und maximal drei Stunden Schlaf (wir schlafen mit 10 weiteren Leuten in einem Saal und obendrein sind die Betten etwas komisch), waren wir trotzdem erstaunlich ausgeruht und standen noch bevor der Wecker klingeln sollte auf. Unser Bus zu den Klippen sollte um 10:30 fahren und waehrend wir warteten, wurden wir in ein Gespraech mit einem netten, aelteren Iren gezogen, der uns stolz seinen Freifahrschein fuer ueber 65-jaehrige praesentierte. Fazit: Rente in Irland verbringen lohnt sich.

Nach einer extrem verschaukelten, fast 2-stuendigen Fahrt kamen wir an den Klippen an und bestiegen voller Tatendrang das kleine Huegelchen mit dem Tuermchen. Dort oben mussten wir uns zunaechst mit Haken sichern, um nicht wegzufliegen. Naja, das mit den Haken stimmt nicht so ganz, aber wir mussten uns mehrmals aneinander festhalten und einfach stehen bleiben war praktisch unmoeglich. Beweisfotos gibt es auch.

Wir waren extra mit einem teureren Bus gefahren, der uns mehr Zeit an den Klippen liess. 2 Stunden konnten sich unmoeglich lohnen. Als wir dann schliesslich dem Pfad die Klippen entlang folgten, zeigte sich, wieso diese 2 Stunden so falsch nicht waren: der Pfad war nach wenigen hundert Metern gesperrt. Die Umrandung des Weges durch Felsplatten versperrten uns den Weg und ein unuebersehbares Schild bat darum, nicht weiterzugehen. Wir uebersahen es trozdem und auf unerklaerliche Weise muessen wir wohl ueber die Umrandung geflogen sein.

Vermutlich lag es an dem extremen Wind: der Wind sorgte uebrigens auch fuer "Regen". Er war so stark, dass Gischt vom Meer die 300 Meter hohen Klippen hochgewirbelt wurden und uns duschte.

Immerhin waren wir nicht allein auf dem Pfad, auch andere konnten ihren Abenteuerdrang nicht zurueckhalten, jedoch zog es die wenigsten weiter als ueber die erste Kurve. Nach dem Motto "Wenn schon, denn schon", setzten wir uns den Turm, weit, weit am anderen Ende der Klippen zum Ziel. Das war ein wenig utopisch, zumal der Wind uns teilweise zwang auf eine angrenzende Kuhweide auszuweichen. Immerhin kamen wir soweit, dass Tina ihr herbeigesehntes Foto von dem Turm machen konnte.

Der Rueckweg ging dann schneller, wir waren ja mittlerweile geuebte Kletterer und hatten ausserdem Rueckenwind - so sehr, dass wir mit einem kleinen Sprung in die Luft auf der Kuhweide fliegen konnten.

Allerdings haben wirs versaeumt das Umgehen von Schlamm auch zu ueben. Als wir wieder am Besucherzentrum ankamen, stand uns buchstaeblich auf Beine und Schuhe geschrieben, dass wir den verbotenen Pfad gegangen waren. Geisterhaft, wie es die anderen Leute nur schafften, den Matsch von sich fern zu halten. Zum Glueck war es dunkel im Besucherzentrum.

Aber eigentlich konnten die sich ja denken, dass so ein Schild kein gutes Hindernis ist, es gab ja sogar neben der Mauer schon einen Weg, der daran vorbei fuehrte. Vielleicht haetten sie einen Security Menschen da hin stellen sollen oder eine Art Gandalf Figur, die einen mit staendigen "You shall not pass!"-Rufen zurueckhaelt. Waere unterhaltsam gewesen, aber wir waren doch froh, diesen Ausflug unternommen zu haben.

Mission Irland - Tag zwei: gelungen.

 

wiiiiindig!

 

Jenny: "Das sieht so aus, als würden da Meerjungfrauen wohnen."

Hä, wie jetzt? Kapier ich nicht...

Es ging schon ganz schön steil hinunter, aber wir waren richtige Kletterschafe.

Das letzte Bild, bevor es wieder zurück ging. Der starke Wind und die Abfahrstzeit von unserem Bus ließen uns nicht weitergehen.

Nah am Klippenrand. So richtig lebensmüde wie manch andere waren wir aber nicht. Die Pfütze ist übrigens nicht vom Regen, sondern vom Meerwasser, das an den Ecken von ganz unten hochgewirbelt wird.

Tina versucht sich als Natur- und Tierfotografin. Die Möwe fand es sicher lustig, jedenfalls schwebte sie ziemlich lange an der Klippe unter ans, als würde sie drauf warten, geknipst zu werden.

26.8.09 21:51


We're looking for a bus to Gelway *schubs* aeh... Galway!

Ja, so einfach war das fuer Jenny nicht zu lernen wie dieses Kaff... nee, diese grosse wichtige Stadt im Westen von Irland heisst. Den Bus haben wir trozdem gefunden, auch wenn wir zunaechst das offensichtliche Schild "Coach Station" uebersehen haben, da unsere kleine Buslinie da nicht dran stand. Aber wer meckert schon, wenn man dafuer fuer nur 5 Euro einmal durchs ganze Land fahren kann!

Eigentlich stand ja Donegal auf dem Plan, aber nachdem wir feststellten, dass diese fuuuurchtbar wichtige Stadt nicht mal im Reisefuehrer vermerkt ist, kamen uns doch etwas Zweifel an der Wichtigkeit dieser Stadt. Ausserdem waere das Vorankommen im ganzen County Donegal etwas schwierig gewesen. Die ganze Fahrt von Dublin nach Gelway... stop: Galway dauerte immerhin vier einhalb Stunden und statt Schafen sahen wir erstaunt nur jede Menge Kuehe. Es scheint die Pulloverschweine herrschen nur an der Kueste und nicht im Inland.

Nun sind wir in Gelway... ach ne, Galway und haben ganz berauscht von unserem Erfolg der Ankunft gleich ein Hostel bis Samstag morgen gebucht, da man von Galway aus doch auch sehr gut die Umgebung unsicher machen kann. Nun ja... es ist sehr... loverly? Zumindest ein nettes altes Gebaeude und die Duschen sind warm - nein, sie sind bruehend heiss - und wir kriegen Fruehstueck.

Das klingt alles nach sehr wenig fuer einen Tag, aber wir muessen mal betonen, dass dieser eine Tag einem wie mindestens drei vorkommt, wenn um 4 aufgestanden ist und schon sehr viele km hinter sich hat. Also man kann sagen:

 Mission Irland - Tag eins: gelungen.

25.8.09 22:30





Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung